31. Oktober 2006

Liebe Menschen da draußen,

es ist eindeutig Herbst, man kann ihn jetzt nicht mehr wegreden, obwohl ich doch in den letzten Wochen immer wieder das Gefühl hatte, ich oder das Hoch „Klaus“ hätten dem nasskalten Depri-Typen ein Schnäppchen geschlagen. Immer wieder dachte ich, jetzt ist der letzte Sommerabend, z.B. bei meinem sehr euphorischen Konzert in Wien beim diesjährigen feministischen Rampenfiber Festival oder in Freiburg oder Luxembourg vorletztes Wochenende, wo ich überall auf begeisterte TänzerInnen traf.

Ich war übrigens zum ersten Mal seit 6 Jahren mit meiner Freundin und ehemaligen Die Braut haut ins Auge Bassistin Peta Devlin unterwegs, die vom Mischpult aus immer wieder mitgesungen hat, wir trafen uns dann oft auf dem Tresen zwischen Bühne und Mischpult, es war sehr wild, leider gibt es keine Fotos, dafür die myspace Seite ihrer neuen großartigen Mädchenband Hoodoogirls: www.myspace.com/hoodoogirls.

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Achtung: ich habe endlich auch eine Myspace Seite, www.myspace.com/lahengst. Bin mir zwar immer noch nicht sicher, ob ich damit mehr Leute erreiche als mit meiner Seite hier, aber mal sehen …

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Und jetzt noch ein paar Tips: Das HUAH! Album „Scheiß Kapitalismus“ wird wieder veröffentlicht bei www.lado.de, dafür gibt es eine kleine Tour mit allen alten Hits und Evergreens von „Mädchen kennenlernen“ bis „Sigmund Freud Song“ für jede/n etwas dabei, am 2. und 3. 11. spielen wir in alter Besetzung in Hamburg im Grünen Jäger. Nixe sagt dazu: Was haben die denn alle mit Üben, wir haben doch erst letztes Jahr geübt …

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Und dann ein verspäteter Hinweis auf eine Ausstellung in Berlin: Hannah Arendt Denkraum zum 100. Geburtstag der politischen Denkerin läuft noch bis zum 19.11. in der ehemaligen jüdischen Mädchenschule in der Auguststraße in Berlin. Dort gibt es zwei Räume des Künstlers Volker März, mit dem ich zusammen die Lieder „Löschkalk als Zeit“ und „Menschenlästerei“ geschrieben habe, und die dort zu hören sind. Also geht hin und taucht ein die geländerfreie Welt des Denkens …

 

Bis bald, eure Bernadette

Kill Your Idols (2006)

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Das Video »Kill your idols« (Regie: Calvin McBride, Schnitt: Gerko Egert) wurde für das Theaterstück »Das populistische Paradies« (Till Müller-Klug, Bernadette La Hengst, Calvin McBride, Gerko Egert) 2006 gedreht. Die Fortsetzungsserie in 4 Folgen über die Gründung einer Paradies-Bewegung im Hier und Jetzt wurde u.a. im Theater Hebbel am Ufer Berlin aufgeführt.

Danke an die DarstellerInnen des Videos, die an einem Montag abend auf dem Alexanderplatz an der Weltzeituhr so enthusiastisch unsere Bewegung unterstützt haben.

9. August 2006

Liebe Sommermenschen,

ich hoffe, ihr hattet bisher auch so einen aufregenden Sommer wie ich, bei 38 Grad in der Gascogne schmeckte der kalte Wein unter den Weintraubenreben ganz hervorragend. Jetzt bin ich wieder in Berlin und möchte euch von meinen Aktivitäten berichten.

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Gestern hab ich in Berlin gespielt abwechselnd mit einer Lesung von Kerstin Grether, einer der klügsten und amüsantesten Entertainerinnen und Autorinnen Deutschlands, die ihr Buch „Zuckerbabys“ vorgestellt hat: www.kerstin-grether.de.

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Die Radiergummis von Unos United sind mittlerweile viel in der Welt herumgekommen, wir waren im Juni eine Woche in Griechenland/Patras und haben versucht, das Vergessen auszuradieren. Dort hatte es weniger mit Fußball zu tun (dessen Party-Autismus ja glücklicherweise mittlerweile von den Straßen Berlins verschwunden ist) als mit Wehrmachtsverbrechen an der griechischen Zivilbevölkerung und der geschichtlichen Aufarbeitung.

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Die Paradies-Bewegung breitet sich immer noch weiter aus, nachdem die vierte Folge im großen HAU 1 zu einem glanzvollen Höhepunkt gebracht wurde, waren wir im Juli zu Gast bei einem Paradies-Kongreß und sind am 9. September auf der Werkleitz Biennale ‚Happy Believers‘ eingeladen. Auch dort werden ich und meine Zwillingsschwester Linda La Hengst die Paradies-Bewegung wachsen lassen.

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Nächste Woche, am 18.8., unterstütze ich mit einem Konzert Parolen der Bergpartei in Berlin, wie „Wachstum als Holzweg!“ Deren Vorsitzender und Berlin-Mitte-Kandidat Pastor Leumund aka Jan Theiler war als populistischer Parasit bei unserer Paradies-Bewegung mit aufgesprungen und sollte im September von allen Berlinern gewählt werden, die sich noch nicht entschieden haben. Das Konzert findet statt zusammen mit PR Kantate im „Antje Öklesund“ (Hinterhof der Rigaer Str. 71-73, gegnüber von Lidl, U-Bahnhof Samariterstraße).

 

Bis bald, eure Bernadette

Kill Your Idols

Von einem Role-Model das keines ist, weil es eines ist. Oder so ähnlich.

fiber, Mai 2006 | Von Stephanie Kiessling

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Auch wenn sich die Kritiken zu Bernadette La Hengst neuer Platte „La Beat“ förmlich vor Begeisterung überschlagen - das perfekte Role-Modell für junge Mädchen (laut Brigitte 10/05) bleibt gelassen. Vereinnahmungslogiken gegenüber – sei es als Frau im Musikbusiness oder als deutschsprachige Popmusikerin - verhält sie sich konsequent resistent. Eine Annäherung an eine faszinierende Musikerin von Stephanie Kiessling.
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Natze, Natze, Natze

Ein „La Beat“-Interview mit Bernadette La Hengst

Ox #65, April/Mai 2006 | Von Thomas Neumann

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Bernadette La Hengst, Jahrgang 1967, gründete 1990 in Hamburg die Band DIE BRAUT HAUT INS AUGE. Hier steht sie als Gitarristin und Sängerin in der ersten Reihe - bis zur Auflösung der Band im Jahr 2000. Zwei Jahre später veröffentlicht sie ihr erstes Soloalbum „Der Beste Augenblick In Deinem Leben“, umfangreiche Konzertreisen folgen. Jetzt erschien ihr neues Soloalbum „La Beat“. Daneben arbeitet sie noch mit dem mobilen Agit Prop Kommando „Schwabinggrad Ballett“.

Der Indierockpop der DBHIA-Zeiten wurde abgelöst von einem ausgefeilteren, elektronisch gestützten und mit differenziertesten Texten versehenen Natze-Sound. Was das ist? Es passiert nicht oft, dass man zufällig einem Album begegnet, das man ganz unkritisch ins Herz schließt. Die Frage, die sich stellt, ist dann immer, warum dieses und nicht ein anderes? Die „Braut“-Alben sind schon gut, zieht sie immer noch den Alben von Miss Holofernes Band vor - aber selbst der Vergleich schleppt sich so hin. 12, respektive 14 Songs lassen die Konkurrenz weit hinter sich. Eine internationale, elektronische, textlich starke Platte, die eine subtile Verbindung von Musik und Politik, von Unterhaltung und Anspruch schafft.
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