Für alte Reiche und neue Arme

Bericht zur Freiburger Bettleroper

suedkurier.de, 26.01.2009| Von Siegbert Kopp

Der bärtige Falko im Trenchcoat hat früher gebettelt. Er hat sich dafür ganz tolle Geschichten ausgedacht. Die sind aber bei den Passanten nicht richtig rübergekommen. Jetzt versucht er sich als Straßenmusiker auf der Melodika. Dietrun, alleinerziehende Mutter, Hartz-IV-Empfängerin, hat Mitte des Monats kein Geld mehr – aber Betteln ist bei ihr nicht drin, es könnte sich in der Schule herumsprechen. Uli hingegen hat als Bettler schon reiche Erfahrung gesammelt. Sein Tipp: Der Standplatz ist wichtig. Ein fester Standort muss sein. Märkte sind immer gut. Von wegen Stammpublikum. Laufkundschaft bringt nichts. Man muss freundlich sein, darf auch ein bißchen flirten, aber nicht zu viel lachen, das weiß Jeanette. Und die toughe Powerfrau Christine-Sofie kennt sich aus mit Notschlafstellen, Essen-Treffs und Kleiderausgabestellen und den notwendigen Bezugsscheinen.
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Schon mal Hartz IV gehabt?

Bericht zur Freiburger Bettleroper

Badische Zeitung, 26.01.2009 | Von Bettina Schulte

Dies ist kein Stück über, sondern mit und von. Kein Stück über Arbeitslose, Penner und Hartz-IV-Empfänger, keine Sozialstudie über Elend und Armut im vom Schatten der Finanzkrise verdunkelten Gegenwartsdeutschland im zwanzigsten Jahr des Mauerfalls. Hier ist der Genitivus Subjectivus am Platz. In dieser „Bettleroper“ singt und spielt der Bettler selbst. Mitleid verbietet sich da. So wie es in dem höhnisch-sarkastischen Lied mit eben diesem Titel heißt: „Mitleid ist Religion, / und der Armen Lohn, / doch davon wird niemand reich.“
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Phänomenologie eines sozialen Zustands

Bettleroper – Die Musikerin Bernadette La Hengst lässt Lieder von der Armut singen

nachtkritik.de, 23. Januar 2009 | Von Jürgen Reuß

„Wir stecken mitten in einer Krise […], weil wir als Kollektiv versäumt haben, harte Entscheidungen zu treffen und diese Nation auf die neue Zeit vorzubereiten“, sagte Barack Obama in seiner Antrittsrede. Das Theater Freiburg nimmt dieses Zitat nicht nur als Motto für seine jüngste Premiere, die „Bettleroper“, sondern hat es mit diesem Schauspiel bereits umgesetzt.
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Bettleroper (2009)

Ein Ensembleprojekt zu den Lebenslagen in Deutschland
mit Musik von Bernadette La Hengst

Premiere: 23.1.2009 im Theater Freiburg

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Sechs Schauspielerinnen und Schauspieler haben sich sechs Wochen lang mit Geld, Existenzangst und Zufriedenheit beschäftigt. Unterstützt wurden sie dabei von Freiburger Experten: Christine-Sophie Arnold, Falko Gottsberg-Jakobs, Hannes Gotzes, Uli Herrmann, Dietrun Jochim, Jeannette Joseph, Georg Kaiser, Johanna Krause, Sonja Seelig, Hannes Moritz und Wolfgang Steidel sind zum Teil ohne festen Wohnsitz, Hartz-4-Empfänger, Bauwagenbesitzer und (ehemalige) Bettler oder Flaschensammler.
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18. Januar 2009

Liebe zukünftige Bettler und Bettlerinnen,

herzlich willkommen im neuen Jahr der Krisenbewältigung und des Angstmanagements. Ich bin sehr glücklich, euch endlich die passende Oper zum Thema präsentieren zu können. Und zwar bin ich schon seit 2 Monaten stationär in Freiburg, wo ich zusammen mit einem Bettlerchor und 6 SchauspielerInnen am Theater Freiburg Lebenslagen in Deutschland untersucht und musikalisiert habe. Es gibt auch eine CD mit den Liedern, die zunächst einmal im Theater Freiburg zu erwerben sein wird, später dann auch über meine Website. Kommt zahlreich, falls es euch ins idyllische Freiburg verschlägt. Mehr darüber demnächst.

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Bettleroper - Ein Ensembleprojekt zu den Lebenslagen in Deutschland

mit Musik von Bernadette La Hengst

Premiere: 23.1.2008 im Theater Freiburg
Weitere Aufführungen:
3.2.08, 4.2.08, 5.2.08, 14.2.08, 28.2.08, weitere Termine folgen
www.theaterfreiburg.de

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8. Oktober 2008

Hallo,

ich freue mich sehr, daß nach fast einem Jahr Zusammenarbeit mit Till Müller-Klug und Wolfgang Schäubles säuselnder Stimme nun endlich unser neues Hörspiel „Der Innere Innenminister“ gesendet wird, und zwar am 28.10.2008 um 23 Uhr auf WDR1Live – Wiederholung auf WDR 3, 10.11., 23:05 Uhr.

Die Theaterversion, für die wir den Bremer Autoren- und Produzentenpreis bekommen haben, wird im nächsten Frühjahr in den Sophiensaelen/Berlin und u.a. im Jungen Theater Bremen aufgeführt.

Der Innere Innenminister – Hörspiel

von Bernadette La Hengst und Till Müller-Klug

3 bis 5 Prozent der Deutschen hören Stimmen. Das kann beängstigend sein oder auch tröstlich. Die Musikerin Bernadette La Hengst hört eine ganz bestimmte Stimme: die des deutschen Innenministers. Und das ist ziemlich anstrengend. Der innere Innenminister mischt sich beim Musikmachen ein, zettelt verfängliche Tischgespräche an und will politische Einsichten über die „linke Bewegung“ gewinnen.

Freiheit durch oder ganz ohne Sicherheit? Den obersten Schirmherrn der inneren Sicherheit im Kopf zu haben – da kann man ganz schön unsicher werden. Ist der Innenminister eine paranoide Halluzination oder testet er die Überwachungstechnologien von übermorgen? Ist es Zufall, das er ausgerechnet im Kopf der politisch engagierten Musikerin auftaucht, oder will er vom Gegner lernen?

Die Kunstfigur des inneren Innenministers ist zu 100 Prozent aus O-Tönen des aktuellen Amtsinhabers zusammengesetzt. Offizielle Verlautbarungen und politische Programmatiken werden zum künstlerischen Rohstoff. Im Dialog mit Bernadette La Hengst entzündet sich eine Diskussion, die bisher in keiner Talkshow Platz hatte. Eine rasante Verfolgungsjagd in den Zwischenräumen von Fiktion und sicherheitspolitischer Realität.

Text und Realisation: Till Müller-Klug und Bernadette La Hengst
Mit Claudia Wiedemer, Cornelius Schwalm, Malika Ziouech, Henrik Kuhlmann, Frank Willmann, Anne Hahn, Britta Steffenhagen
Dramaturgie: Isabel Platthaus

Gefördert von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen

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Außerdem hier noch ein Artikel als Ankündigung für eine Ausstellung über Fast Weltweit, dem Label, bei dem ich in den 80er Jahren auf Kassetten-Samplern meine ersten Lieder veröffentlicht habe.

Stadt.Land.Pop
Popmusik zwischen Westfalen und Hamburger Schule
27. November 2008 bis 19. April 2009
Museum für Westfälische Literatur in Oelde Stromberg
www.kulturgut-nottbeck.de

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FW

PDF: Artikel Westfalenspiegel, 2008-5

 

19. September 2008

Hallo ihr Spätsommeristen und Herbstisten,

letztes Wochenende war ich im romantischen Venedig und hab dort zusammen mit Friedrich auf der Eröffnung der Architektur-Biennale im deutschen Pavillon gespielt, wo u.a. mein Halsbandsittich Kollege Ton Matton ausgestellt hat. Haben die Architekten zu Boden gerockt!

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Am 21. September spiele ich bei der Eröffnung der Opernbauhütte für die Eichbaumoper auf der U-Bahn Station Eichbaum zwischen Mülheim und Essen. Ich bin eine von 6 KomponistInnen/TexterInnen, die dort bis zur Premiere im Juni 2009 zusammen mit Anwohnern eine Oper entwickeln werden.

http://www.eichbaumoper.de/eichbaum_broschuere.pdf

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Und hier noch ein kleiner Film, den Tim von www.rocketrocker.de vor zwei Monaten über mich gedreht hat: http://www.youtube.com/watch?v=DRKrb4KsDMY

Viel Vergnügen und bis bald,

 

Bernadette

Der grüne Halsbandsittich (2008)

Das Video und das Lied »Der grüne Halsbandsittich« ist eine Zusammenarbeit von Bernadette La Hengst und dem holländisch-deutschen »Klima-Künstler« Ton Matton.

Das Video »Der grüne Halsbandsittich/The Red Rose Parakeet« (Konzept und Umsetzung: www.mattonoffice.org – Ton Matton, Rafal Wamka, Björn Ortfeld) wurde gedreht in Wendorf in Mecklenburg im Februar 2008 für die Ausstellung »The Climate Machine – Surviving the suburb« in London. Der Text des Liedes ist inspiriert von Ton Mattons Erzählungen über den grünen Halsbandsittich und den Trauerfliegenschnapper, die Gewinner und Verlierer des Klimawandels.

Das Lied »Der grüne Halsbandsittich« ist erschienen auf »Machinette« (CD/LP, Trikont und Ritchie Records, 2008).

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