21. August 2008

Hallo,

gerade aus meinem jährlichen Gascogne-Urlaub zurück, warten auch schon drei druckfrische Bücher in meinem Briefkasten, in denen ich jeweils eine Geschichte geschrieben habe. Diesen literarischen Kitzel will ich euch nicht vorenhalten. Ein Buch zu Madonnas 50. Geburtstag, eins über die EM und eins über eingebildete Krankheiten. Wer noch Lesestoff braucht für einen verspäteten Sommerurlaub, bitte sehr, viel Vergnügen:

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Madonna und wir / Bekenntnisse
Herausgegeben von Kerstin Grether und Sandra Grether
Erschienen bei Suhrkamp

Madonna gibt täglich neue Rätsel auf, und ist doch längst kein Mysterium mehr. Sie dient als gigantische Projektionsfläche für eine auf Wandel getrimmte Öffentlichkeit. Wie gelingt es der Kunstfigur Madonna, uns nun schon ein Vierteljahrhundert lang zu bezaubern und zu provozieren? Dieses Buch zeigt, dass noch lange nicht alles über Madonna gesagt wurde und keiner es so schön sagen kann wie die hier versammelten Autorinnen und Autoren.

Sie begeistern und entgeistern; verknüpfen das Phänomen Madonna auf verblüffende Weise mit Themen wie: Amerika, Erwachsenwerden, Kunst, Pop-Feminismus, globaler Wettbewerb, Religion, Schönheitsindustrie usw. Andere wiederum beschreiben Madonna als Soundtrack eines Lebensgefühls oder vertiefen sich in ihr Werk und das ihrer Vorbilder, Nachfolger und Gegenspieler – von Elvis bis Amy. Und schließlich haben 16 internationale zeitgenössische Künstler den Band visuell bereichert. Denn die Königin des Pop wird ja nur einmal 50!

Mit Texten von Dietmar Dath, Detlef Diederichsen, Kerstin Grether, Sandra Grether, Bernadette Hengst, Inga Humpe, Thomas Meinecke, Adriano Sack, Ariadne von Schirach, Frank Spilker, Alissa Walser und vielen anderen.

Mit Zeichnungen von Monika Baer, Andrew Gilbert, Birgit Megerle, Anna Parkina, Josephine Pryde, Amelie von Wulffen und vielen anderen.

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Der lange Weg nach Wien Das definitive und endgültige Autorenfußballeuropameisterschaftsbuch 2008
Herausgegeben von Christof Meueler / Torsten Schulz / Frank Willmann
Erschienen bei Voland & Quist

Die literarische Nachlese zur Fußballeuropameisterschaft 2008!

Jedem Autor wurde eine Fußballnation zugelost, damit er ihr zum Durchbruch verhilft – künstlerisch und fußballerisch sowieso. Alle Autoren gaben alles, um Europameister zu werden. Daheim vor dem Fernseher und im echten Leben frei nach dem Motto von Joachim Streich: „Ich wusste, du musst da sein, wo der Ball ist“.

Mit Texten von: Ahne, Daniela Böhle, Ina Bösecke, Jan Böttcher, Gabriele Damtew, Annett und Friedrich Gröschner, Anne Hahn, Uli Hannemann, Bernadette La Hengst, Friederike von Koenigswald, Norbert Kron, Marion „Rigoletti“ Pfaus, Jochen Schmidt, Torsten Schulz, Florian Werner, Frank Willmann

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Hypochonder / 21 Texte über eingebildete Krankheiten
Illustriert von Michael Straub
Herausgegeben von Frank Willmann/Torsten Schulz/Christof Meueler, erschienen im Mitteldeutschen Verlag

Manche nennen mich einen Hypochonder, dabei lege ich die Karten nur auf den Tisch. Wenn mich eine Frau anspricht, warne ich sie immer gleich: „Mädchen, du verschwendest deine Zeit an einen Sterbenden.“ In der Regel sehen sie ihren Fehler ein. (Aus „Meine Hypochondrie“ von Jochen Schmidt)

Mit Texten von Ahne, Rainer Balcerowiak, Ina Bösecke, Jan Böttcher, Wiglaf Droste, Eugen Egner, Annett Gröschner, Anne Hahn, Uli Hannemann, Falko Hennig, Eckart v. Hirschhausen, Wladimir Kaminer, Bernadette La Hengst, Christof Meueler, Jörg Schieke, Jochen Schmidt, Torsten Schulz, Corinna Waffender und Frank Willmann

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7. Juli 2008

Liebe FreundInnen der Golden Lemons,

zu Ehren der Hamburger Punk-und Indie-Institution Die Goldenen Zitronen erscheint jetzt bei www.majorlabel.de der extrem liebevoll zusammengestellte und gestaltete Tributesampler „A tribute to Die Goldenen Zitronen“ – genreübergreifend, charmant und voller Überraschungen.

Von mir selbst gibt es eine Coverversion von „Immer diese Widersprüche“, hier kommen alle Teilnehmenden: Knarf Rellöm Trinity, Die Goldenen Zitronen, Station 17, Robag Wruhme, Peters, Bernadette La Hengst, Interstate 5, Wolfgang Müller & Max Müller, Dual Quattro Feat. Jake the Rapper, Kampfhund Galactica, Till Stellmacher, Japanische Kampfhörspiele, Guts Pie Earshot, Pelzig, Dyse, Die Strafe, Herr Neumann, Inspeculum, Los Banditos, Reinhard Cooper Quartett, Don Vito, Khmer, Rainald Grebe und Carsten Vollmer.

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Und dann gibt es noch eine euphorische Kritik zum Konzertabend auf der Breminale letzte Woche zusammen mit der grossartigen Gustav und der nicht weniger einzigartigen Lydia Daher auf zeit.de.

 

Bis bald, Bernadette

25. Juni 2008

Liebe EM Partyotisten,

ich hoffe, ihr seid vor lauter Fähnchen schwingen noch nicht ganz mürbe im Kopf geworden. Morgen spielen „wir“ ja dann gegen die Türken, was ich mir in Kreuzberg ansehen werde, um dann wie nach jedem Deutschland Spiel am nächsten Morgen in Windeseile meinen Bericht in der Jungen Welt abzugeben. Nachzulesen dann zwei Tage nach dem jeweiligen Spiel (ist ja bald zu Ende) oder auch bei www.jungewelt.de oder ab September dann in Buchform bei Voland Quist.

Ansonsten hat das schöne Wetter und die Fußball-Hysterie doch ein paar Menschen davon abgehalten, meine Junitour zu besuchen. Das hat uns aber unbeeindruckt gelassen, wir hatten trotzdem viel Spaß und diese Euphorie hat sich bis zum Ende gesteigert, wo wir in Zürich im Neumarkt Theater schliesslich u.a. mit 7 Personen (zusammen mit den Aeronauten und Frank Will am Keyboard) eine halbstündige Version von Weh tun/Her mit der Utopie gesoulrockt haben. James Brown hätte es nicht cooler machen können.

Bin gespannt, wer ins Finale kommt, ich meld mich nächste Woche wieder,

 

Bernadette

La Hengst gibt sich die Ehre …

… und kaum einer merkt es: Vom Konzert am 13. Juni in der Alten Hackerei in Karlsruhe

Anselm Brakhage, titel-magazin.de, 19. Juni 2008

Welch ein Jammer und Wasser auf die Mühlen aller, die mit Karlsruhe (teils zurecht, teils zu unrecht!) verschlafene biedere Provinz verbinden (diese Einschätzung ist erfahrungsgemäß vor allem in nördlicheren Gefilden sehr verbreitet). Nicht die Künstlerin mit ihrer Band bot den Grund für diesen Klageruf, sondern die Tatsache, dass sich nur ein versprengtes Häuflein zu diesem erlesenen Konzert in Karlsruhes Alter Hackerei einfand, und noch viel schlimmer: dass dieses Grüppchen lange Zeit so lahmarschig & lethargisch wirkte wie die deutschen Kicker im zweiten EM-Gruppenspiel.
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Ich steh nicht auf die neue Gefühligkeit

Politisch, poetisch und wortgewaltiger denn je: »Machinette«, die neue Platte von Bernadette La Hengst

derstandard.at, 9. Juni 2008

Bernadette La Hengst hätte eine fantastische Parolenschreiberin werden können, die von der feministischen bis zur wöchentlichen Gewerkschaftsdemo die Marschierenden am laufenden Meter mit unverbrauchten, treffenden und skandierbaren Parolen versorgt … wäre sie nicht der Massenlinkshaltung in Menschenmassenzügen gegenüber skeptisch und würde sie sich nicht gegen Platitüden ebenso verwehren wie gegen Heilsversprechungen: Kill your idols!, mit Dank an Phillip Boa.
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Emanzipation im Elektro-Kleid

„Wenn jetzt jemand wie Charlotte Roche oder Lady Bitch Ray mit so einer harten Provokation in die Medien kommt, finde ich das sehr lustig und verdient, aber die sind natürlich keine vom Himmel gefallenen Aliens.“

Hamburger Abendblatt, 6. Juni 2008 | Von Birgit Reuther

Worauf Bernadette La Hengst anspielt, ist die Arbeit, die Feministinnen jahrzehntelang geleistet haben, sodass die aktuellen Protagonistinnen der Emanzipationsdebatte jetzt „im Mainstream landen und damit auch noch Geld verdienen können“. Auch wenn die Musikerin im Song „Kill Your Idols“ deutlich macht, dass sie keine Ikone sein möchte, die auf dem Sockel thront, steht fest: Sie selbst ist Wegbereiterin eines coolen weiblichen Selbstbewusstseins.
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