Fotos: Karen Dennig
Archiv des Autors: Bernadette La Hengst
Bernadette La Hengst begeisterte mit plietschen Elektrochansons
Mit unwiderstehlicher Präsenz füllte sie die Bühne der Hansastraße 48: Bernadette La Hengst
Kieler Nachrichten, 31. Oktober 2005 | Von Karen Jahn
„Ich habe Hunger“, singt Bernadette La Hengst, „ich bin niemals satt, ich bin gierig, übertrieben, unersättlich unzufrieden, es ist nie genug“, und gibt gleich eingangs eine Kostprobe davon, was das Publikum in der gut gefüllten Hansastraße 48 in den nächsten rund zwei Stunden zu erwarten hat. Mit unwiderstehlicher Präsenz füllt die Wahlberlinerin die Bühne. Keine Band stärkt ihr dabei den Rücken, La Hengst gibt ein Solo mit Groovebox und Gitarre. „140 Beats per minute schlägt mein Herz mich bis zum Limit“, rocken auf Plastik-Beats.
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Bernadette La Hengst: La Beat
satt.org, Oktober 2005 | Von Christina Mohr
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Bernadette La Hengst, Ex-Huah!, Ex-Die-Braut-Haut-Ins-Auge, hat drei Jahre nach „Der beste Augenblick in Deinem Leben“ eine neue Platte gemacht: „La Beat“ heißt sie und ist wie das Vorgängeralbum eine prallgefüllte Wundertüte mit feministischem Gedankengut, weltoffen, sexy und kämpferisch. Sie hat viele Freunde eingeladen, die sie singend, lachend (wie bei ‚Rockerbraut und Mutter’) und musizierend unterstützen, zum Beispiel ihre alte Braut-Kollegin Peta Devlin, Knarf Rellöm, Rhythm King & Her Friends, Mitglieder des Schwabinggrad Ballett, aber es werden auch koreanische Bauern oder indische Jugendliche gesampelt, Queens ‚Bohemian Rhapsody‘ zitiert und überhaupt ist die Welt ein Dorf, eine Trommel, die man sich umschnallt, wie es die wilde Musikerin auf dem Cover tut.
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Welt verbessern und dabei singen wie ein Lutschbonbon aus Knisterbrause
Die Welt, 24. Oktober 2005 | mgb
„Der beste Augenblick in deinem Leben ist gerade eben jetzt gewesen“, sang Bernadette La Hengst vor drei Jahren auf ihrem feinen Debütalbum als Solo-Künstlerin: Zuvor hatte sie ein Jahrzehnt lang mit der Hamburger Band „Die Braut haut ins Auge“ jene Saat gesät, die heute Bands wie „Wir sind Helden“ so erfolgreich ernten.
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La Role Model
Spex 10/2005 | Von Ralf bei der Kellen
Foto: Michael Mann
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Warum heißt es eigentlich „der Beat“, wo doch so viel mehr Frauen so viel besser tanzen als Männer? Bernadette La Hengst, Ex-Wahl-Hamburgerin, jetzt Wahl-Berlinerin, hat das mit ihrem neuen Album richtig gestellt: „La Beat“ lautet das korrekte Genus. Angesichts dieses Titels ist es kein Wunder, daß das zweite Soloalbum der ehemaligen Die Braut haut ins Auge-Sängerin wesentlich rhythmusbetonter ist als ihr vorheriges Schaffen (was zum Teil auch am Co-Produzenten Ekkejard Ehlers liegen mag). Zudem ist der Titel viel internationaler als der ihres letzten Albums „Der beste Augenblik in deinem Leben ist gerade eben jetzt gewesen“. Und kürzer ist er außerdem. Es scheint, als habe diese Platte das Verlangen, sich in der Welt auszubreiten, genauso wie der auf ihr im gleichnamigen Song beschriebene Virus mit dem Namen „Copy me (I want to travel)“, der in den 80er Jahren von einer bulgarischen Hackerin um die Welt geschickt wurde. La Hengst als Kulturexport? Immerhin hat Bernadette letztes Jahr auf zwei Ladyfesten in England gespielt. Und warum auch nicht, das Goethe-Institut hat schließlich schon ganz andere in der Welt herumgereicht.
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Kollektivität ist ein Thema
Intro 10/2005 | Von Michael Schneider
Und der Beat geht weiter. Oder besser „La Beat“, so nämlich der schlichte Titel des ganz und gar unschlichten, vielmehr extrem vielgestaltigen zweiten Soloalbums von Bernadette „La“ Hengst. Und diesmal ist es nicht der 60s-Beat ihrer ehemaligen Band Die Braut Haut Ins Auge, der hier voll die Schlagkraft entwickelt, sondern ein innovativ hybrider und mitunter harter Beat. Und der ist nicht nur toll tanzbar, sondern spiegelt in seiner flackernden, stampfigen Nervosität - quasi als mythenreiche Hintergrund-Kulisse - auch die Unruhe des neoliberalen Auf-und-ab-Terrors wider, über den die Agitprop-Chanteuse hier dauernd so singt, gipfelnd in der tragikomischen Zeile: „Willst du lieber meinen Hunger oder meinen Durst?“
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Bad Salzuflen weltweit
(Fast immer) treffsicherer Polit-Pop der Ex-Braut-haut-ins-Auge-Frau
Musikexpress 10/2005 | Von Stefan Weber
Hier ist allerhöchstens eine ungefähre Annäherung möglich. Das hier überbordend zu nennen, ist noch euphemistisch ausgedrückt. Zur Besprechung von „La Beat“, dem zweiten Soloalbum von Bernadette La Hengst (bei dieser biografischen Klammer fängt es schon an: gebürtige Ostwestfalin, Ex-Die-Braut-haut-ins-Auge, Teilzeit-Huah!, jetzt Schwabinggrad Ballett-Mitglied; aber auch Ex-Booking-Agentur-Chefin, Mädchenband-Coaching-Projekt-Dozentin und jetzt neu: Mutter – kurz also: (Lebens-)Künstlerin) muß die Platte erst mal runtergebrochen werden.
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Coole Forderung nach der Utopie
Die Lust kopiert zu werden - Bernadette la Hengst hat ihr zweites Solo-Album veröffentlicht
Abendzeitung München, 24. September 2005 | Von Christian Jooß
Bernadette La Hengst neuestes Album „La Beat“ (Trikont) führt eine Künstlerin vor, die ihre Musik konsequent zu musikalischer und inhaltlicher Komplexität führt. Man hört im Hintergrund die Predigt eines Reverend, den Gesang indischer Jugendlicher. Die Texte, teils deutsch, teils englisch, liegen auf einer Musikfläche, die zwischen die Pfosten Rock, Folk, Disco und Elektronik aufgespannt ist. Es ist die zweite Solo-Arbeit der Sängerin, die 1990 ihre Karriere mit der Band Die Braut haut ins Auge begann. La Hengst ist eine Künstlerin, für die eine durchlässige Membran zwischen Kunst und Leben liegt. So kann Bernadette selbst die Globalisierung mit Musik beschreiben. Aber es ist nicht die Rückkehr der Politik im Sinne des klassischen Protestsongs, denn das Flugblatt Bernadette fordert gegen die diskursive Verzettelung in großen Lettern „Her mit der Utopie“. „Ich spreche für euch alle“, verspricht sie, unterstützt von einem cool präsenten E-Bass.
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